Wie ich Theologie und Tanz verbinden lernte
Meine früheste Kindheitserinnerung ist Tanzen. Als Jugendliche wäre ich gerne Tänzerin geworden. Gleichzeitig wusste ich aber mit 16 Jahren schon, dass ich Theologie studieren wollte. Ich habe immer viel getanzt, habe viele verschiedene Tanzstile ausprobiert, besonders intensiv habe ich Afrikanischen Tanz studiert. Ich tanze bis heute so viel wie möglich – und bin gleichzeitig gerne Theologin.
Ich suchte lange nach der Verbindung von Tanz und Theologie – meine traditionelle kirchliche Sozialisation und auch das Studium hatten nicht vorgesehen, dass sich eine Person für beides interessieren könnte. Erst allmählich sah ich, wie Tanz und Theologie zusammen gehören könnten.
Im Vikariat in Berlin legte ich einen Schwerpunkt auf Erwachsenenbildung, auf Themenzentrierte Interaktion (TZI) und Bibliodrama. Meine Mentorin, die Pfarrerin Leony Renk, verband ihre Fortbildungen immer mit Körperarbeit, in der Regel mit Atempädagoginnen.
Ich begann eine Ausbildung zur Atempädagogin am Ilse-Middendorf-Institut in Berlin. Meine wichtigste Dozentin dort war Michaele Gries, ihr Unterricht war sehr bewegt, manchmal tänzerisch. Die Atemausbildung und weitere Fortbildungen vermittelten mir solide Kenntnisse über den Körper und die menschliche Bewegung.
Durch die Ausbildung in Atem und Bewegung habe ich biblische Texte mit neuen Augen gesehen: auf einmal stellte ich fest, wie oft dort von Bewegungen, von Berührungen, von Körperlichkeit die Rede ist.
Seit 2005 tanze ich in der Tanztheater-Gruppe bei Gabriela Jüttner, bei ihr habe ich Improvisations-Tanz kennengelernt. Höhepunkte seit dieser Zeit waren mehrere Gottesdienste mit Tanztheater – eine wunderbare Möglichkeit, wie Tanz und Theologie zusammenkommen können.
Meine Ausbildung zur Tanzpädagogin habe ich Anfang Mai 2008 an der Akademie für Tanzpädagogik Bochum bei Gabriela Jüttner absolviert. Wir bieten gemeinsam die Fortbildung „Mit dem Körper die Bibel lesen…" an und bringen unsere Interessen an Theologie und Spiritualität, an Tanz und Bewegung und unsere verschiedenen Professionen zusammen.
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Ausbildungen
Feministische Theologin, Studium der Evangelischen Theologie in Marburg, Berlin, Münster
Pfarrerin, Vikariat in Berlin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung
Atempädagogin, Ilse-Middendorf-Institut für den Erfahrbaren Atem, Berlin
Tanzpädagogin, Akademie für Tanzpädagogik Bochum
Weiterbildungen
TZI (Themenzentrierte Interaktion), u.a. mit Ruth C. Cohn, Helga Herrmann, Leony Renk
Bibliodrama -Grundqualifikation Berlin/ Laase (Wendland), Leitung: Leony Renk, Dr. Tim Schramm, Dr. Brigitte Kahl, Ellen Kubitza
Körperwahrnehmung und Bewegungsschulung, Ev. Zentrum Rissen/ Hamburg, Leitung: Ellen Kubitza, Dorothea Jöllenbeck, Regina Haß
Meditation im Alltag, Plön (Nordelbien), Leitung: Ellen Kubitza, Doro Hillingshäuser, Kurt Schumacher, Wolfgang Lenk
Berufstätigkeit
seit 1993
Tätigkeit als
freiberufliche Dozentin für Theologie, Atem, Bewegung, Tanz
1994 – 1997
Lehraufträge für Feministische Theologie an der Freien Universität Berlin
seit 1997
Pfarrerin und Leiterin des
Frauenreferates im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid
seit 2008 Leitung und Entwicklung des
Genderreferates im gleichen Kirchenkreis
Weitere Tätigkeiten
seit 1997
Mit-Herausgeberin und Redakteurin der
Schlangenbrut. Zeitschrift für feministisch und religiös interessierte Frauen
2001 – 2005
Präsidentin des internationalen Vereins
European Women's Synod (Europäische Frauensynode) und Leitung des Internationalen Komitees (Durchführung der Zweiten Europäischen Frauensynode 2003 in Barcelona)
seit 2004
Gründungsmitglied der
Sarah-Hagar-Initiative Ruhrgebiet (Inititiave jüdischer, christlicher und muslimischer Frauen)
seit 2005
Mitglied des
Tanztheaters Gabriela Jüttner